WISSENSCHAFTLICHE ANERKENNUNG

WARUM WISSENSCHAFTLICHE ANERKENNUNG?

Wissenschaftlichkeit überzeugt. Dadurch wird Somatic Experiencing® für mehr Patienten und Therapeuten interessant. In manchen Ländern (u.a.Deutschland) ist die wissenschaftliche Anerkennung zudem ein wichtiger Schritt für die sozialrechtliche Anerkennung (finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse).

WANN IST EINE THERAPEUTISCHE METHODE WISSENSCHAFTLICH ANERKANNT?

Wissenschaftlich anerkannt bzw. evidenzbasiert ist eine Behandlung deren Wirksamkeit in genügend hochwertigen Studien nachgewiesen wurde. Randomisierte kontrollierte Studien gelten als Goldstandard zum empirischen Nachweis der Wirksamkeit einer therapeutischen Behandlung. Kontrolliert ist eine Studie dann, wenn die Ergebnisse in der Studiengruppe mit denen der Kontrollgruppe verglichen werden. Randomisierung bedeutet, dass die Zuordnung zu einer Behandlungsgruppe zufällig geschieht.
Da wir eine wissenschaftliche Anerkennung der Somatic Experiencing® Methode anstreben werden wir nationale (z.B. Deutschland Methodenpapier des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie nach § 11 PsychThG. ) sowie internationale Kriterien (z.B. APA) zur Beurteilung der Studienqualität bei der Planung, Durchführung und Auswertung unserer Studie berücksichtigen.

FORSCHUNGSSTAND SOMATIC EXPERIENCING®

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit SE ist noch jung und wenig verbreitet.

Bisherige Studien sind oft explorativ und weisen methodische Mängel auf (z.B. Fehlen einen Kontrollgruppe, kleine Stichprobengröße). Bisher gibt es nach unserem Wissen eine Studie über Somatic Experiencing® bei PTBS, bei der die allgemeine methodische Qualität und Validität als ausreichend beurteilt werden kann. Diese randomisierte kontrollierte Studie wurde 2017 von Danny Brom, Yaffa Stokar, Cathy Lawi, Vered Nuriel-Porat, Yuval Ziv, Karen Lerner und Gina Ross durchgeführt und die Ergebnisse legen nahe, dass SE eine effektive Methode zur Behandlung von PTBS ist.

Doch nach unserem Wissen, wurde Somatic Experiencing bisher in keiner randomisierten kontrollierten Studie mit einer bereits etablierten und evidenzbasierten Intervention für PTBS verglichen. Vor dem Hintergrund stellt die hier vorgestellte randomisierte kontrollierte Studie zur Wirksamkeit von SE bei PTBS die erste ihrer Art im Bezug auf die Vergleichsgruppe und die Qualität des Studiendesigns, dar.


Übersicht Forschungsartikel über SE
Eine Übersicht über von Fachkollegen geprüften Forschungsartikeln über SE (peer-reviewed) finden Sie auf der Webseite des Somatic Experiencing Trauma Institutes.

UNSERE STUDIE


Das Ziel dieser randomisierten kontrollierten Studie bei PTBS-Patienten ist die klinische Evaluierung der Effekte von Somatic Experiencing verglichen mit einer bereits etablierten und evidenzbasierten Intervention für PTBS (wird noch genauer spezifiziert) auf die psychische Gesundheit, insbesondere auf die PTBS-Symptomatik. Zielkriterien im wissenschaftlichen Kontext bilden:

(1) Quantitative Analyse der Effekte einer 15-wöchigen SE Intervention verglichen mit einer bereits etablierten und evidenzbasierten Intervention für PTBS (wird noch genauer spezifiziert) auf PTBS-Symptome, sowie somatische-, Angst- und Depressionssymptome, Körperbewusstsein, Wohlbefinden, Resilienz, Selbstwirksamkeit, Posttraumatisches Wachstum und 24-Stunden Herzratenvariabilität

(2) Qualitative Erfassung im Rahmen von Fokusgruppeninterviews, inwieweit Somatic Experiencing bzw. die bereits etablierte Intervention von Patienten akzeptiert und bewertet wird, außerdem welche Interventionen als besonders hilfreich empfunden wurden. Beginnen wird die Studie im Anfang 2020. Die Studie wird in Berlin durchgeführt.

Ablauf der Studie

Es handelt sich um eine randomisiert kontrollierte, zweiarmige Interventionsstudie über insgesamt 10 Monate (4 Monate Interventionsdauer, 6 Monate Nachbeobachtungszeit). Es ist eine Interventionsgruppe und eine Kontrollgruppe vorgesehen. Die Kontrollgruppe erhält eine bereits etablierte und evidenzbasierte Intervention für PTBS (wird noch genauer spezifiziert). Eine Gesamtgruppengröße von 62 Studienteilnehmern (n=31 in beiden Gruppen) ist vorgesehen. Nachdem ein trainierter klinischer Prüfer das erste klinische Interview durchgeführt hat, welches das Vorhandensein einer PTBS und Ausschlusskriterien untersucht, werden Fragebögen zu PTBS Symptomen, psychischer Gesundheit, Körperbewusstsein und Wohlbefinden bearbeitet (T0). Danach wird die Versuchsperson zufällig einer der beiden Gruppen zugeteilt.

Teilnehmer der SE-Behandlung erhalten im Zeitraum von 15 Wochen eine einstündige Behandlungssitzung pro Woche, während Teilnehmer der Kontrollgruppe während dieser Zeit eine bereits etablierte und evidenzbasierte Intervention für PTBS (wird noch genauer spezifiziert) erhalten. Nach Abschluss der SE-Behandlung bzw. der anderen Intervention wird ein klinisches Interview durchgeführt (zweite klinische Bewertung, T1). Die Probanden füllen dann die gleichen Fragebögen wie zu Studienbeginn aus. Sechs Monate nach der zweiten klinischen Beurteilung erfolgt dann zum Zeitpunkt T2 ein Follow-up. Die klinischen Messinstrumente, die bei T0 verwendet werden, entsprechen denen von T1 und T2 (siehe Abbildung 1). Den Teilnehmern wird empfohlen, bis zum Ablauf der 6-monatigen Nachuntersuchung der Studie keine anderen Psychotherapien in Anspruch zu nehmen.
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